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„Valle d`acqua“ – Das Konzept für die Daueranlagen im historischen Kurpark

Entwurf Kurterasse                Entwurf Stahlbadehaus 

Mit lohrer.hochrhein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München fiel die Wahl des Preisgerichts auf ein Büro, das bereits einschlägige Erfahrungen mit der Planung von großen Landesgartenschauen hat. Die Bundesgartenschau 1999 in Magdeburg bereicherte es mit außergewöhnlichen Ideen, ebenso die Bayerische Landesgartenschau 2009 in Rain am Lech. Bei der Bayerischen Landesgartenschau 2010 in Rosenheim zeichnete Lohrer-Hochrhein für die Wettbewerbsbetreuung verantwortlich.

Während der Wettbewerbsphase kristallisierte sich für die Bad Schwalbacher Jury heraus, dass der Umgang mit den städtebaulichen Problemen im Zentrum der Stadt ein ausschlaggebendes Element für ihre Entscheidung sein würde. Der Entwurf von Lohrer-Hochrhein überzeugte mit seinen bestechenden Gestaltungsideen für fließende und einladende Übergänge von der Stadt in den sanierten historischen Kurpark. Auch der sensible Umgang mit dem Parkpflegewerk, das die Grundlage für die Sanierung des Kurparks bildet, gepaart mit innovativen Ideen begeisterte das Preisgericht. Schließlich zeugt der Entwurf von einem großen Verständnis für die Finanzierbarkeit des Projekts: Er ist umsetzbar.

 

Das Konzept

Der Entwurf von Lohrer-Hochrhein sieht keine großen Interventionen vor, sondern konzentriert sich auf die wirklich wichtigen Elemente, die den historisch gewachsenen Charakter des Kurparks ausmachen: durch behutsames Freilegen der wesentlichen Schichten, klärendes Freistellen und ein unaufdringliches Ergänzen. So werden zum Beispiel Wegerondelle und Alleen wiederhergestellt, Blickachsen geschaffen, Verweilbereiche neu gestaltet oder die Verbindung von der Stadt in den Park deutlich herausgestellt.

Dabei sensibilisiert das Neue für das historisch Gewachsene, geht eine Symbiose ein und wird zu einem modernen attraktiven Verweilort. Bad Schwalbachs erstaunliches baukulturelles Erbe – die in der Geschichte stark verwurzelte Stadt, Brunnen, Parks und die mit ihrer Topographie alles verbindende Landschaft – wird so gewürdigt und zugleich weiterentwickelt.

Neben der an das Parkpflegewerk angelehnten Erneuerung der zwei in die Hügel des Taunus übergehenden Kurparktäler ist die „Neugestaltung“ der Schnittstelle zwischen Stadt und Kurpark das zweite wesentliche Element des Konzepts. Die offene, den Besucher in den Park hineinziehende Gestaltung bildet hierbei den Mittelpunkt der Planungen.

Kurterrasse |Die Straße „Am Kurpark“ ist das Scharnier zwischen der Park- und der Stadtlandschaft. Sie wird zu einer verbindenden Stadtterrasse weiterentwickelt. Mit der geschlossenen Silhouette der Stadt im Rücken fasst sie die einschwingende Topographie, inszeniert Übergang und öffnet den tiefen Blick in die angedockten Parkfugen in Richtung Stahlbad, Kurhaus und Landschaftspark.

Unter Wahrung der technischen Anforderungen der Bundesstraße wird die funktionelle Trennung optisch durch verbindende Materialität (gesägtes Pflaster und entsprechend eingefärbtem Asphalt) überwunden – die Terrasse geht fließend in die angrenzenden Landschaftsräume über. Eine schwebende Stahl(Brunnen)Platte, ein Rasendiwan und die kleine Parkterrasse akzentuieren den themenbildenden Übergang. Begleitet von weitgehend barrierefreien Wegen wird der Blick in die Tiefe großzügig geöffnet – Stahlbadehaus, Kurhaus und Brunnenpavillon werden so zum adressbildenden Blickfang.

„Wiesental“ |Die Parklandschaft wird behutsam im Sinne des Parkpflegewerkes saniert. Im Vertrauen auf die Kraft der Bäume und der Faszination offener Wiesenflächen prägen zukünftig inszenierte Topographie, rahmende Gehölzkulisse, ein offenes, weitreichendes Wiesental und akzentuierende Wasserbilder die Parklandschaft Bad Schwalbachs.

Zeitgemäße Adaptionen konzentrieren sich im Park Wege begleitend auf die Variationen der Wasserbilder und auf wenige in sich geschlossene Areale wie die der ehemaligen Gärtnerei.

 

Wasserbilder |Wasser in seinen wechselnden Facetten gliedert die Parklandschaft in thematische Abschnitte. Das tradierte Thema der inszenierten Brunnen wird aufgegriffen, fortgeführt und mit einem erweiterten Wasserbegriff thematisch ergänzt. So vervollständigen zukünftig Moorseen, Wiesenbäche, Wassernebel, Tautropfen oder Kneippfade die vorhandenen und z. T. wieder gefassten Brunnen.

„Wandelhalle“ | Im Kurpark inszeniert zukünftig eine Wandelhalle den Übergang vom intensiveren in das eher extensive Parkareal. Sie fasst die Waldhalle, öffnet mit Stufen den direkten Wasserbezug und kann je nach Bedarf durch die integrierte Technik als dauerhaft geschützte Bühne vor beeindruckender landschaftlicher Kulisse genutzt werden.

Gärtnereigelände | Das Gärtnereigelände entwickelt sich im Talraum als „Mehrgenerationengarten“ mit Spiel- und Erlebnisflächen für alle Altersgruppen.

 

Gartenschaustruktur

Die Gartenschau entwickelt sich aus der Daueranlage des im Sinne des Parkpflegewerks sanierten Kurparks. Sie öffnet sich dem Besucher und inszeniert das Thema Wassergärten und -landschaften. Das Wechselspiel von Stadt und Landschaft, der Reiz der Weite und der Blick in Richtung Park werden prägend.

Eingezäunt werden unter Ausnützung von natürlichen Grenzen und vorhandener Bauten die beiden stadtnahen Parklandschaften. Inszeniert wird die adaptierte historische Parkanlage. Die temporären Einbauten konzentrieren sich auf wenige, klar abgegrenzte Areale – das Menzebachtal als ungewohnter Entdeckungsraum floristischer Bilder mit dem Moorbadehaus als Pflanzenhalle und die ehemalige Gärtnerei als neues Aktivitätsband.

 

Klicken Sie hier, um sich die Pläne von Lohrer-Hochrhein anzusehen.

 

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