Die Linden
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Neues vom Baum

Um die Linde ranken sich Geschichten und Gedichte, Lieder und Legenden. Als Hof-, Dorf- und Stadtlinde ist sie bis heute ein Liebling des Volkes, unter der Gerichtslinde hat man früher Wahrheit und Versöhnung gesucht. Lindenblüten braucht man für Tee und Arzneimittel, den Bienen sind sie eine beliebte Weide. 

Sie hat vorzügliche waldbauliche Eigenschaften und einen hohen ökologischen Wert. Oft redet man nur von der „Linde“, doch man sollte klar unterscheiden zwischen Sommer- und Winterlinde, weil ihre ökologischen Ansprüche verschieden sind.

Die Blattoberseite und der Blattstiel der Sommerlinde sind behaart, die Blattoberseite und der Blattstiel der Winterlinde sind kahl. Grundsätzlich sind die Blätter der Winterlinde kleiner als die der Sommerlinde. Durch die Krone der Winterlinde „sieht man den Himmel“, sie lässt deutlich mehr Licht durchscheinen. Die Sommerlinde blüht von Mitte bis Ende Juni, etwa zwei Wochen vor der Winterlinde. Beide blühen so üppig, dass man sie auch von ferne, zum Beispiel von einem Gegenhang, erkennt.

Winterlinden gehören zu den wenigen Laubgehölzen, die erst blühen, wenn sie vollständig belaubt sind. Der intensive Duft der Lindenblüten lockt Bienen und Hummeln, Fliegen und Schwebfliegen an. Die Linden werden hauptsächlich von Insekten bestäubt. Die Linden zeigen ein rasches Jugendwachstum und hohe Lichtansprüche. Nur in der frühesten Jugend sind sie relativ langsamwüchsig, dann wachsen sie rasch. Der Höhenzuwachs kulminiert zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Ab 70 Jahren lässt das Höhenwachstum stark nach, mit 150 bis 180 Jahren ist es beendet. Im Alter von 100 Jahren können Linden bis 30 Meter hoch sein. Optimal gedeihen sie bei gemäßigten Temperaturen, bei mittleren Jahrestemperaturen von 8° bis 9° C. Milde, sommerwarme, vor kalten Winden geschützte Lagen mit Niederschlägen von 1500 bis 1800 Millimeter behagen ihnen. Die Winterlinde gedeiht in ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten, sie erträgt auch lufttrockene Lagen.

Die Winterlinde erträgt zeitweilig geringe Luftfeuchtigkeit und Bodentrockenheit. Sie gedeiht auf verschiedenen Böden. Sie wächst auf nährstoffarmen Grobschutt-Rohböden, auf basenreichem Kalkschutt und auf Schutt von saurem, kristallinem Muttergestein, auf tiefgründigen Rendzinen und Braunerdeböden, ja sogar auf tonigen und verdichteten Böden.

Wahrscheinlich wurden die Sommer- und Winterlinde durch Anpflanzung und Verwilderung weit über das ursprüngliche Areal hinaus verbreitet. Auch innerhalb des Areals hat der Mensch die Lindenarten örtlich gefördert. Der Schwerpunkt der Winterlinde liegt im östlichen Europa, wo sie in Mittelrussland, in Teilen Polens und Ungarns sogar nahezu reine Bestände bildet. Deshalb vermutet man hier ihre eigentliche Heimat und ihr Optimum.

Eine eigentliche Gefährdung der Lindenarten gibt es nicht. Weder Insekten noch Pilze gefährden die Sommer- und Winterlinde. Die Lindenarten sind besonders empfindlich gegen Abgase. Die Sommer- und die Winterlinde sind besonders wertvoll in Mischungen zu Eiche und anderen Edellaubhölzern, weil sie den Boden und das Bestandsklima verbessern. Oft beobachtet man bei Lindenarten ab 150 Jahren zunehmend Fäulnis im Stamm- oder Wurzelbereich.

Lindenholz ist leicht, gleichmäßig strukturiert, elastisch, gut zu bearbeiten und neigt wenig zum Reißen und Werfen. Lindenholz lässt sich in alle Richtungen gut schneiden, deshalb verwenden es Bildhauer, Schnitzer und Drechsler. Als Bau- und Konstruktionsholz eignet sich Lindenholz nicht. Im Hoch- und Spätmittelalter wurde Lindenholz auch als „Heiligenholz“ bezeichnet, da es häufig in der Sakralkunst gebraucht wurde.

Die Sommer- und die Winterlinde dienen den Bienen als gute Weide für Nektar und Honigtau. Lindenblütentee wirkt – als Hausmittel gegen Grippe – krampfstillend, schleimlösend und schweißtreibend. Es ist auch ein beliebter Durstlöscher.

Linden bilden einen traditionellen Mittelpunkt in Dörfern und Städten und einen Schutz vor Naturgefahren. Die Lindenarten sind geeignete Baumarten im Steinschlag-Schutzwald und zur Bodenstabilisierung.

Auf den Spuren der Linde: Wer kennt ihn nicht, den Baum mit den tausenden von Herzen an seinen Zweigen? Vielfältig ist die Linde ins Leben des Menschen eingebunden – alles an ihr wird als weich und süß, eben lind empfunden. Warum gerade dieser Name der Linde? Möglicherweise ist die Bezeichnung lind (weich, geschmeidig) auf Dinge übertragen worden, die mit dem Baum in Verbindung stehen. Es scheint, dass die Biegsamkeit des Lindenbastes und des Holzes ihr den Namen verliehen hat. So stammt der deutsche Name Linde vom germanischen Begriff Linda, was Binde oder Band bedeutete. Der Bast wurde für Bindearbeiten verwendet. Nach anderen Erklärungen stamme der Name von lind, vom weichen Holz ab. Auf die Linde als Honigspender könnte das weißrussische und russische lipec (= Honig) hindeuten. Der botanische Name der Linde Tilia leitet sich vom Wortstamm pat- her, der zum Beispiel in dem lateinischen patere (= offen sein, sich erstrecken, sich ausbreiten) gefunden wird. So wurde aus patulia über ptilia tilia. Verwandt ist das auch mit dem griechischen tilos, Faser.

 

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