Waldmeister
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Wir möchte ich Ihnen eine Pflanze näher vorstellen, bei der einem sofort Frühling und sonnige Maitage in den Sinn kommen:

Gallium odoratum, duftendes Labkraut, bekannt unter dem Namen Waldmeister.

 

Waldmeister1

 

Die Pflanze gehört zur Familie der Rötegewächse und man findet sie in schattigen, humusreichen Gebieten in mäßig warmen Klimazonen, sprich in heimischen Laubwäldern.

Da sich Waldmeister nicht nur über Samen, sondern hauptsächlich über unterirdische Triebe vermehrt, bildet er oft einen ganzen Pflanzenteppich.

Auch zu Hause im Kräuterbeet lässt er sich so leicht züchten:

 

Waldmeister3

 

Verwechseln kann man Waldmeister kaum: an den typischen kahlen, vierkantigen Stängeln sitzen mehrere wie kleine Schirme übereinander gelagerte Blattquirle.

 

Waldmeister Inhaltsstoffe

 

INHALTSSTOFFE

Medizinisch wird Waldmeister nicht angewendet, gilt aber in der Naturheilkunde als hilfreich bei Kopfschmerzen, Nervosität und Entzündungen.

Zu empfehlen ist die Anwendung zu diesen Zwecken aber nicht.

Eine zu hohe Dosis ist leberschädlich und kann Kopfschmerzen verursachen.

Der angenehme Duft entwickelt sich erst beim Trocknen der Pflanze.

Das liegt daran, dass der Hauptinhaltsstoff Cumarin in der Pflanze als geruchslose, in Wasser gelöste Zuckerverbindung, als sogenanntes Glykosid vorliegt.

Beim Wasserentzug wird das Glykosid gespalten und Cumarin freigesetzt.

Erst dann duftet Waldmeister angenehm heuartig mit einem Hauch von Vanille und Zitrone.

Vom Cumarin abgeleitete chemische Verbindungen werden als Blutverdünner eingesetzt.

Personen, die solche Medikamente brauchen, sollen deshalb zwar zurückhaltend beim Genuss von Waldmeister sein, müssen aber nicht ganz darauf verzichten: Aus 3g Stängel/ L Flüssigkeit und nicht länger als 30 Minuten angesetzt, werden ca. 10 mg Cumarin freigesetzt, eine Dosis, die als unbedenklich gilt.

 

VERWENDUNG:

Das angenehm frische Aroma des getrockneten Krautes prädestiniert es für Kräutermischungen in Kräuterkissen und Duftpotpourries.

In der Küche wird Waldmeister, auch Maikraut genannt, zum Aromatisieren von Getränken und Süßspeisen verwendet.

Nebenbei bemerkt: Waldmeisterextrakt ist nahezu farblos, die grüne Farbe in der Berliner Weißen oder im Wackelpudding stammt aus der Retorte.

Eine uralte Tradition ist die Anwendung vom Maikraut in Getränken: schon die Germanen sollen ihren Met damit verfeinert haben und es ist sogar schriftlich dokumentiert, dass die Benediktinermönche schon von alters her einen Würzwein auf Waldmeisterbasis hergestellt haben.

Ein Rezept ,das jedes Kind kennt und das zum Mai gehört wie die Eisheiligen und die Wetterkapriolen ist das für die Maibowle.

Bei der klassischen Variante wird Waldmeister in Wein eingelegt und mit eisgekühltem Sekt aufgefüllt.

Ich möchte Ihnen aber eine fruchtige Variante mit weniger Alkohol nach einem Rezept aus meiner Trierer Heimat vorstellen.

 

MAIBOWLE MIT VIEZ

 

Orange1

 

Vier bis fünf Stängel Waldmeister werden getrocknet und mit Küchengarn zusammengebunden.

Eine Orange wird in dünne Scheiben geschnitten und mit einer Flasche Viez (für Nichtrheinländer: das ist Apfelwein) aufgegossen.

In das Gefäß hängt man das Maikrautbündel, ohne die Stängel einzutauchen und lässt Alles maximal eine Stunde ziehen.

 

Krug1

 

Dann entfernt man das Kräuterbündel und gießt mit eiskalter Zitronenlimonade auf.

Probieren Sie es aus und Sie werden feststellen, dass Apfel, Orange und Waldmeister zusammen eine köstliche Mischung ergeben!

 

Krug2

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