Frankfurter Grüne Soße
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Diese Köstlichkeit hat eine lange Geschichte; ein Rezept dafür findet man erstmalig in einem Frankfurter Kochbuch im 19.Jahrhundert.Tradition ist auch, dass man dieses Gericht in Frankfurt am Gründonnerstag verzehrt, in verschiedenen Variationen und gerne begleitet vom Frankfurter Nationalgetränk „Ebbelwoi“.

Angebaut werden die Kräuter in alteingesessenen Gärtnereien in Oberrad.

Dort hat man der Soße sogar ein Denkmal gesetzt: Sieben Gewächshäuser in sieben verschiedenen Grüntönen, eins für jedes Kraut.

Die Gärtnereien liegen im sogenannten Frankfurter Grüngürtel, einer Zone rund um Frankfurt, die seit 1991 per Gesetz von der Bebauung ausgenommen ist, und es hoffentlich auch bleibt: Gerade die Mischung aus „Mainhatten“ und Lokalkolorit macht den ganz besonderen Charme der Metropole aus.

Auch sonst ist die Kräutersoße zum Politikum geworden: nachdem es schon seit vielen Jahren beantragt war, ist seit Anfang 2016 per EU-Beschluss die Bezeichnung „Echte Frankfurter Grüne Soße“ geschützt.

Das Original darf nur sieben Kräuter enthalten, die da wären: Petersilie, Pimpinelle, Schnittlauch, Kresse, Sauerampfer, Borretsch und Kerbel.
 
Die Kräuter näher betrachtet:

Petersilie

Das beliebte Küchenkraut aus der Familie der Doldengewächse enthält viele Mineralstoffe, Eisen und Vitamin C.

Aufgrund des hohen Chlorophyllgehaltes hilft es auch bei Mundgeruch.

Nicht nahe bei anderen Doldenblütlern(Dill, Fenchel, Möhren) aussäen, die Pflanzen stören sich gegenseitig im Wachstum.

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Petersilie

Sauerampfer

Der zu den Knöterichgewächsen gehörende Sauerampfer enthält viel Säure und gibt Suppen und Salaten eine erfrischende Note. Gekaut ist er ein guter Durstlöscher.

Nierenkranke sollten ihn aufgrund des Oxalsäuregehaltes allerdings nur zurückhaltend anwenden.

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Sauerampfer

Kerbel

Das Kraut mit den zart gefiederten Blättern hat ein mildes, nussartiges Aroma und eignet sich sehr gut zum Würzen von Fisch, Suppen, Salaten oder auch Spargelsoßen.

Wenn man sich nicht sehr gut auskennt sollte man den wilden oder Wiesenkerbel dort lassen wo er wächst: Man kann ihn leicht mit dem auch zu den Doldenblütlern gehörenden aber hochgiftigen Schierling verwechseln!

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Kerbel

Pimpinelle

Die Pimpinelle oder der kleine Wiesenknopf ist ein Rosengewächs und lässt sich sehr leicht im Garten anziehen.

Getrocknet oder eingefroren verliert sie ihr feines Aroma, sieht aber sehr hübsch in Öl eingelegt aus.

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Pimpinelle

Kresse

Kresse gehört zu den Kreuzblütlern und lässt sich das ganze Jahr über sowohl im Garten, als auch im Haus leicht kultivieren.

Sie ist deshalb ein wertvolles „Winterkraut“.

Kresse enthält Vitamin C, Eisen, Carotinoide und Senfölglykoside, alles Stoffe, die die Immunabwehr stärken.

Wegen ihrer Schärfe bitte nur sparsam verwenden.

Borretsch

Die Pflanze hat sehr schöne blaue Blüten und ziert damit jedes Kräuterbeet. Auch Bienen und Hummeln mögen die Blüten.

Dennoch ist das Kraut mit dem würzigen Gurkenaroma etwas in Verruf geraten: Von Natur aus enthält Borretsch schädliche Pyrrolizidinalkaloide. Ob man ihn dennoch –sparsam- anwendet, muss Jeder selbst entscheiden.

Nebenbei: Beinwell ist ein Verwandter vom Borretsch und der wild Wachsende enthält möglicherweise größere Mengen der Giftstoffe.

Also bitte nicht sammeln!

Schnittlauch

Schnittlauch gehört zu den wertvollsten Küchenkräutern. Abgesehen von der vielfältig einsetzbaren Würze wirkt Schnittlauch wie alle Zwiebelgewächse leicht antibakteriell.

schnittlauch

Schnittlauch 

 

Warum gerade diese Sieben?

Die Kräuter ergänzen sich perfekt in ihrem Aroma.

Schnittlauch und Petersilie bilden –auch mengenmäßig- die Basis.

Kerbel und Pimpinelle steuern eine mild-nussartige, leichte Süße bei,

dazu kommt die frische Säure vom Sauerampfer.

Ein Hauch Borretsch und Kresse runden das Ganze mit ihrem kräftigen Geschmack ab.

 

Am Ende das Rezept

Variationen des Rezeptes gibt es viele. Wichtig ist nur, dass man genau die richtigen Kräuter hat.

Hier ist meine Lieblingsvariante(Menge für eine Person):

Die Kräuter fein wiegen.

Eine gleichmäßige Soße aus 100g Joghurt, 1 EL Mayonnaise, 2 El Olivenöl, ½ TL Senf und ein paar Spritzern Zitronensaft rühren.

Mit frisch gemahlenem Pfeffer und Meersalz abschmecken.

Am Ende 2 (nicht zu )hart gekochte Eier würfeln und zusammen mit den Kräutern unterrühren.

Fertig!

Dazu passen Pellkartoffeln.

Bitte auch Brot bereithalten, um auch die allerletzten Reste auf zu stippen…….

fertig

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